amyiluu

Gut bis in den Tod

Ich bin wüde, müde wütend. Ich bin so unendlich müde, immer wieder von einem „Beziehungsdrama“ zu lesen, obwohl es ein eiskalter Mord war. Ich bin müde, dass Frauen konsequenzlos, als widerwärtiges Luder bezeichnet werden können. Ich bin müde von den hysterischen und zu emotionalen Frauen zu lesen, die für manche Aufgaben einfach nicht gemacht sind. Ich bin wüde von den Fragen des Polizisten, der mit jeden Satz und sämtlicher Mimik dem Opfer eine Mitschuld unterstellt. Schließlich gehören ja immer zwei dazu! Wie lang war der Rock? Haben Sie etwas getrunken? War vielleicht doch der rote Lippenstift Schuld?

Gehören da wirklich immer Zwei dazu,  wenn Menschen zu Opfern werden?

Ja, ich würde sogar sagen, es ist nie das Versagen eines Einzelnen, sondern der gesamten Gesellschaft. Den so traurig es ist, und mittlerweile von zahlreichen Studien untermauert, die meisten Täter waren zuerst selbst Opfer! Nein, ich nehme hier nicht die Täter in Schutz, den es gibt zahlreiche Opfer, die nicht zu Tätern mutieren, aber nichts passiert ohne Grund. Und gerade wenn wir diesen Kreislauf aus Gewalt irgendwie durchbrechen wollen, kommen wir an einer genaueren, wenn auch vielleicht schmerzhaften Betrachtung der Situation nicht vorbei.

An diesen Punkt möchte ich eine kurze Triggerwarnung aussprechen, es könnte schmerzhaft werden, aber die Wahrheit ist selten gschmeidig.

Ich persönlich wurde schon als Säugling Opfer von Gewalt und Missbrauch. Meine leiblichen Eltern, ein verurteilter Mörder und meine leibliche Mutter, ein Heimkind der 70iger, man braucht nicht viel Hausverstand, um zu begreifen, dass es da schon eine lange Gewaltgeschichte in beiden Familien  gab. Ein ewiger Kreislauf aus Tätern und Opfern und mit jeder Generation ein bissal grausamer. Doch ich hatte Glück im Unglück und verbrachte, dank dem Einschreiten einer beherzten Kindergartentante, nur meine ersten Jahre in diesem komplett toxischen Umfeld. Doch dem Himmel sei dank, ist mein leiblicher Vater ein echter soziopathischer Narzisst, wie aus dem Lehrbuch und hatte sofort ein neues Opfer gefunden. Auch mittlerweile gereift, war ihm klar, ER brauchte eine Mutter für sich, so hatte er schon eine Mutter gefunden, als ich eine Neue brauchte.

Gut für mich, schlecht für ihn, den so hatte ich zumindest einen nicht komplett toxischen Einfluss in meinem Leben. Eine Chance und wenn vielleicht auch nur eine Geringe auf ein normales Leben. Mein Vater begleitete mein Leben genau so lange, er meine Adoptivmutter brauchte. Bitter, wenn man mit 12 feststellen muss, man ist zwar sein einziges Kind ist, aber eigentlich auch nur eine beliebige, halt nicht mehr benötigte, Schachfigur auf seinem Spielbrett ist. Damals war ich gefasst, ich habe es ihm eigentlich nie wirklich vorgeworfen, ich habe es sogar verstanden. Wie sollten aus jemanden mit so einer Geschichte auch etwas anderes werden. Ich war nicht traurig, ich habe es nicht anders erwartet. Ich kannte ihn und sein Wesen, ich habe nicht einmal geweint.

Nur nicht so werden wie Er, nur nicht so werden wie meine Mutter. Trotz der gleichen Stimmen im Inneren und dem ständigen Bild vor Augen in welchen Wahnsinn das Alles führt.

Ok, ich habe vielleicht das gleiche Ausgangsmaterial und den gleichen Schaden, aber nie möchte ich diesen Weg gehen. Und Schwupps – Die bereits ausgeprägte Heerschaar der inneren Kritiker bekam instant eine ganze Legion dazu gestellt.

Na dann, ich kann Menschen lesen, ohne überhaupt mit Ihnen sprechen zu müssen. Was kann ich damit Gutes tun?

Nachdem zu diesem Zeitpunkt bereits Gott und die Welt auf meiner Couch um Rat ansuchte, warum nicht Coaching und Beratung. Ich lernte und bildete mich weiter. Von Schamismus bis NLP Alles einmal dabei. Begann damit zu arbeiten und stieß wieder auf meine Dämonen.

Wenn ich etwas will passiert es auch so! Die geborene Magierin und Manipulatorin und die Verantwortung. Versammelt mit der Heerschar der inneren Kritiker und die oberste Maxim „Nur noch Gut und nicht für meinen eigenen Vorteil“

Klingt doch mal nach einem ganz guten Plan fürs Leben, zumindest ehrenwert. Außerdem so stimmig zu dem Märtyrerinwahn der in der Gesellschaft doch so gerne als Tugend angesehen wird. Die Kirche hat da jahrhundertelang ganz viel Arbeit geleistet, die Welt in Gut und Böse einzuteilen.

Doch der Plan hat einen ganz empfindlichen Hacken und über den war ich mir selber sehr sehr lang nicht bewusst.

Und ironischerweise musste dafür wieder ein Mann, wie mein Vater meinen Weg kreuzen.

Man geht einfach den Weg des klassischen Opfers weiter, die aufopferungsvolle Frau, die weit über ihre eigenen Grenzen für Andere da ist, ohne auch nur irgendetwas für sich zu fordern. Passt doch super in das patriachische System unser Zeit. Gibt es wenigstens das Mutterkreuz eigentlich noch? Ehre gern, aber nie Selbstbestimmung.

Eine Frau, die Nichts fordert wird beim Wort genommen, sie bekommt auch nichts. (Simone de Beauvoir)

Unsere ganze Welt lebt davon, von diesem absolut toxischen Bild von Weiblichkeit. Vielleicht gehören wirklich immer Zwei dazu? Die meisten meiner Partner sahen in mir immer auch die Mutter ihrer Kinder. Zufall? Ich war nie, ok fast nie, die Affaire. Ich war immer die Frau des Lebens.

Warum, weil ich durch meine eigene Prägung, gepaart mit dem vorherrschenden Bild von Weiblichkeit in unserer Welt dachte, entgrenzt sein wäre etwas Gutes. Eine Frau, welche die (eigene) Brut liebevollst mit ihrem Leben beschützen wird und für die Sex auch noch Genuss ist. Jackpot!

Endlich die Mutter, die man auch ficken kann und dabei ausschaut wie das kleine Mädchen, welches man auch noch ab und an beschützen MUSS.

An Alle Frauen, die mich jahrelang um meinen Schlag bei Männern beneidet haben, die Männer wollt ihr besser nicht.

Nein, ich bereue meine Beziehungen nicht, nicht einmal die Letzte. Ich hab die Leidenschaft und Intensität immer wieder auch genossen, schließlich habe ich ein ganzes Buch mit den Erfahrungen und Erkenntnissen gefüllt.

Und ausnahmslos Alle waren wichtig, um endlich meinen Anteil zu erkennen.

Toxische Männlichkeit entsteht nicht einfach im Vakuum. Einfache Physik Aktion und Reaktion. Das Frauen noch immer mehrheitlich die Opferstatistiken anführen, ist dann halt das Patriarchat und dem Umstand geschuldet, dass wir physische Gewalt noch immer höher bewerten als psychische Gewalt.

Dass Söhne genauso oft Opfer ihrer Mütter werden, wie Töchter von ihren Vätern, bleibt im Patriachat mit NaziEinschlag natürlich auch außen vor.  Was macht das mit Söhnen in ihrer sexuellen Entwicklung, wenn sich ihre Mütter weit über ihre Grenzen ausbeuten oder demütigen lassen. Eine Frau, die bedingungslos jeden Wunach von ihren Augen abliest auch wenn sie vielleicht schon lang erwachsen sind.

Sie bleiben ewige Söhne oder im schlimmsten Fall werden Sie zu Narzissten, zu Tätern. Die dann das vorgelebte Bild von zu Hause mit ihren Partnerinnen und Kindern weiterführen, Manche bewusst, Viele sicher unbewusst. Was sie aber sicher nie erleben werden auf diesem Weg, ist die Kraft nicht toxischer Männlichkeit.

Umgekehrt gilt Ähnliches natürlich auch für die ewigen Töchter. Auch wenn sich weiblicher und männlicher Narzismuss sich nach Außen oft anders zeigen, bleiben die Motive dahinter die Gleichen.

Wenn man in einem toxischen Umfeld aufwächst, weiß man lang gar nicht was daran nicht normal ist und wie tiefgreifend anders man vielleicht ist.

So ging es mir auch, mein Lebenshunger, mein Drang nach Extremenen und Intensität. Alles verstehen wollen, Alles verstehen müssen. Immer bis zum Exzess. Von der Gerichtsgutachterin zum barfußen HippieMädchen in einer Zugfahrt. Alles ausprobieren. 100 komplett verschiedene Freundeskreise. Jeder neue Partner, jeder neue Job eine neue Welt und ich bereit mit Haut und Haaren einzutauchen im tiefen Vertauen, wird schon passen. Bin ja nur für mich selbstverantwortlich und wenn es sich nicht ausgeht wird es auch passen. Ich hänge nicht sonderlich am Leben.

Im Job, privat überall unersetzlich und ständig auf Trip. Dazu immer eine seltsame Anhäufung von ewigen Söhnen, und Narzissten hmm.

Und immer wieder Sucht. Ich war süchtig und meine Partner nach mir. Gleichzeitig fürchteten Sie ständig Ihre eigene Sucht.

Über alle Grenzen und darüber hinaus, wenn das nicht fährt, was sonst.

Ja es fahrt und wenn man dann auch noch voll in die Welt des Anderen eintaucht, wird Teil, inspiriert, verschmilzt. Kein Wunder, dass sich die Typen auch noch Jahrzehnte später an den Sex (die Zeit) mit mir erinnern, aber nicht an meine Lieblingsfarbe.

Aber damit sollte sowieso Schluß sein, nur noch jemand, der auf „Haut und Haar“ steht und dabei trotzdem schafft MICH zu sehen.  Wie unmöglich und gefährlich gleichzeitig dieser Wunsch war, durfte ich wahrlich auf den Fuß kennenlernen. Es sollte nur noch um mich und meine Bedürfnisse gehen und da stand Reisen gerade weit oben.

Das verleihte mir zusätzlich auch ein offenes zeitliches Fenster und die grundsätzliche Bereitschaft mal zu schauen, was das Leben so von alleine bringt. Die Kurzfassung es brachte „Haut und Haar“ und das sofort, ich wurde gesehen, ja fast seziert und das Alles vereint mit den Worten von Bestimmung und ewiger Liebe.

Es war wirklich Bestimmung aber nicht die der einzig wahren Liebe sondern die des ewigen Opfers. Ich war auserkoren worden, schon aus der Distanz erspäht, gut sichtbar über meine Licht und Liebe Postings, die neue Beute eines soziopathischen Narzissten.  Meine bedingungslose Resilienz, meine Drang zu verstehen, nicht aufzugeben und meine Empathie und in diesem speziellen Fall auch meine noch vorhandene Fruchtbarkeit machten mich zum perfekten Opfer.

Und ich typisch vertrauend ins Leben, schauma mal, den Sommer hat ich eh noch nix anderes vor. Außerdem fast schon gespenstisch, wie genau dieser Mann meine Bedürfnisse spürt.

Mein Bauchgefühl war zwar von Grund auf sehr skeptisch, aber es war eben auch zu verlockend, LoveBombing ole.

Ich hatte ja nichts zu verlieren, oder? Startet die Weltreise halt mal da. Was sollte mir groß passieren. Ich bin eine starke immer unabhängig Frau und das bissal Schaden, was da bei ihm ab und an durchblitzt, wird sich mit genügend Liebe und Zeit schon heilen lassen.

Hochmut kommt immer vor dem Fall, so auch bei mir. Es dauerte nicht lang und sein Plan schien aufzugehen. Ich war schwanger von dem zeugungsunfähigen Mann. Perfekter Zeitpunkt, den ich wollte wieder gehen und das nicht zum ersten Mal. Selbst überfordert mit der Situation blieb ich und versuchte gemeinsame Wege zu finden und hätte ich das Kind dank seiner Gewalt physisch, wie psychisch nicht verloren, wäre mein schlimmster Alptraum wahr geworden.

Die Gewaltspirale wäre einfach weitergegangen wieder ein Kind als Mittel zum Zweck, wieder ein narzisstischer Vater und wieder eine Mutter täglich im Kampf zwischen Cholera und Pest. Nur diesmal wäre ich die Mutter und nicht das Kind und ich schon zwischen Cholera und Pest gefangen, obwohl es grad nicht mehr als ein Punkt am Ultraschall war.

Der potentielle Vater konnte sein Glück nicht fassen, endlich wird Eine sofort schwanger bevor Sie ihn durchschaut hat. Die Heirat bindet, aber nichts bindet eine Frau so sehr an den Mann, wie ein Kind, auch rein rechtlich. Ewiger Kontakt, ein ewiges Opfer und ein Wesen was Ihn immer von Natur aus lieb haben wird. Zumindest solange bis ein besseres Opfer daherkommt. Einen Nachteil hat diese ganze NarzisstenNummer ja schon, die Opfer sind immer so schnell ausgesaugt bzw. im Selbstschutzmodus. Deswegen braucht es ja auch immer soviel Opfer wie möglich und die eigenen Kinder-Jackpot, die können sich nicht mal irgendwie dagegen wehren. Ich habe es erlebt und mir stiegen kalte Schauer auf, wenn ich mir auch nur eine Sekunde vorstellte, wie er mit unserer Tochter mal reden würde und dass ich es wahrscheinlich genauso wenig wie meine Mutter verhindern könnte, dass dieser Kreislauf weitergeht. Viel zu subtil, nach außen immer der perfekte Vater und so glaubhaft, dass wenn man die andere Seite nicht auch mal gesehen hätte, NIE glauben würde.

Noch eine Spielfigur am Schachbrett des Narzissten, nur weil ich mit meiner Schuld und Schmerz in der Situation nicht klarkomme? Ich überließ die Entscheidung dem Kind, auch feig den ich wollte nicht, wie meine Mutter mir den Muttermund zu nähen lassen oder Abtreiben und es ging, von allein. Ich war erleichtert, war ich dem Alptraum scheints entkommen und die Trennung davor schon beschlossene Sache, dachte ich, ich hätte diesen Alptraum auch endgültig hinter mir.

Aber mein „Gut bis in den Tod“ war noch nicht zu Ende und wahrlich ich hatte genug vom Krieg. Die Leichen türmten sich schon im Garten und er noch immer all meine Sachen. Versuchen wir es nochmal freundschaftlich, zumindest am Schluss? Schon war ich in die nächste Falle getappt und wieder und wieder und wieder immer eine Andere und doch die Gleiche.

Egal wie oft er sich übergriffig verhielt, ich entschuldigte es wieder und arbeitete an mir. Akzeptierte wenn er offensichtlich log, akzeptierte wenn er wieder jemand anderen schlecht machte, obwohl es sein Versagen war, und schnell war er wieder gar nicht lieb und brachte mir wieder nicht meine Sachen, wie versprochen oder brach gleichzeitig 10 Andere. Aber Alles schleichend jeden Tag ein Stück mehr und über die Zeit immer kaltblütiger. Ich wollte nicht glauben, dass wirklich jeder Satz Berechnung ist, jedes Augenzwinkern, sogar jedes Schnarchen. Und was oft nach Zufall, Bestimmung oder Tollpatschigkeit aussieht, Alles ein Teil des Theaters der perfekten Inzenierung ist. Und vor allem wenn das Alles wirklich so ist, verdamt noch einmal warum geht dieser Wahnsinn noch immer in Resonanz zu mir?

Habe ich mir das Thema mit einem soziopathischen Narzissten Vater nicht schon genug angesehen. Warum ausgerechnet jetzt nochmal, wohin soll mich das den noch bringen?

Zum ursprünglichen Schmerz, da wo ich nie wütend war, da wo ich nie geweint hatte, da brachte mich diese letzte Beziehung dann mit Leichtigkeit hin. Ich weinte endlich, nicht um meinen Vater oder Ihn, sondern mal um mich.  Warum schon wieder ich? Warum ist es schon wieder meine Schuld, obwohl es sein Versagen ist.

Was hat dieser Shit noch immer mit mir zu tun?

Mehr als mir selbst lieb war, immer wenn ich dachte, ich wäre Ihm endgültig entkommen, fing er mich wieder ein. Er spielte mit meinen Prinzipen, meinen Glaubensätzen, mit mir und das immer mit den gleichen Drückern….

Nur nicht so ein Arsch sein, wie Er! Und wieder in die Falle gegangen. Wie sollte es auch anders sein. Und wie immer wirst du den pathologischen Narzissten nur dann wieder dauerhaft los, wenn er ein neues zumindest gleichwertiges Opfer erspäht hat, zu seinem laufenden Harem an „Freundinnen“. Oder Besser, du konsequent deine Grenzen verteidigst.

Wie das rein technisch funktioniert steht bereits in unzähligen Texten über Narzissten. Was aber für mich persönlich interessanter war, wie geht sich das für den Narzissten selber aus?

Woher weiß der Narzisst, wer Er selbst ist? Die kurze Antwort, er weiß es selbst auch nicht, da ist nämlich Nichts.

Vor allem meist nichts, was nicht Krieg heißt.  Narzissten können Alles sein und sind dabei doch nichts. Deswegen auch diese massive Abhängigkeit von der Energiezufuhr von Außen.

Wenn ich mich an diesem Punkt wirklich noch fragte, was das Alles mit mir zu tun hat und warum solche Menschen mit mir immer noch in Resonanz gehen, dann lag hier die Antwort.

Die Gemeinsamkeit, die grausame Wahrheit war, bei mir war da scheinbar auch nix. Genauso ein Kind, was nie um seiner selbst geliebt wurde. Genauso geprägt, Alles sein zu können, aber nie man selbst. Da war die unentdeckte Wunde, die Blutspur, die all die Verrückten zu mir zog, angezogen wie die Motten vom Licht.

Metamorph per Definition und auf Harmonie und KatalysatorSein geprägt. Denn Eines ist klar, ist es nicht harmonisch, ist es bestimmt mein persönliches Unvermögen. Lustigerweise hielt ich mich selbst immer eher für egoistisch als für altruistisch.

Ich bemerkte nicht, wie entgrentzt und wie weit weg ich von mir schon war. Gleichzeitig bemerkte ich auch nicht, dass eine Trennung nicht ausreicht. Er spielte weiter, halt aus der Distanz und ich schon lang vor ihm darauf konditioniert meine Grenzen nicht zu wahren, des lieben Friedenswillen, spielte ich, von mir oft unbemerkt, mit. Außerdem vielleicht habe ich mich wirklich zu wenig gewehrt, als er mich vergewaltigte. Vielleicht hat er es wirklich nicht mitbekommen.  Gaslightning ole.

Warum schreibe ich diesen Text, weil ich nicht die Einzige bin.

Wir Frauen werden von klein auf darauf geprägt die Bedürfnisse aller Anderen zu stillen, nur nicht die Eigenen. Es braucht keine traumatischen Erfahrungen, um genau in diese Falle zu tappen.

Die emotionale Care Arbeit ist weiblich, im Job, in der Familie und unter Freunden. Hört sich mal fürs Erste nicht so schlimm an, ist aber in Wahrheit pures Gift für die ganze Gesellschaft. Was sind die stummen Konsequenzen?

CareArbeit wird nicht bezahlt. Kein Wunder im Patriachat, betrifft es vorwiegend doch nur Frauen. Sich für Kinder oder die Pflege eines Angehörigen zu entscheiden, heißt damit auch immer Armut oder Abhängigkeit und ist in einem kapitalistischen System durchaus gewünscht. Liegt die emotionalle Verantwortung aber nur bei den Frauen, ist es auch kein Wunder wenn Boys will be Boys dann ihren Frauen kaltblütig umbringen, es Beziehungsdrama zu nennen. Ist aber trotzdem Alles auch nur ein Symptom eines Kerns, der in uns allen verankert ist.

Ich selbst erwarte mir oft, auch unbewusst von der „dümmsten“ Frauen mehr emotionale Reife, als von einem Mann.

Schönes Beispiel aus jüngster Zeit, auch ich hätte mir von den Tiroler GrünIn einen Aufstand erwartet, bei der sexistischen „Entgleisung“ ihres Kollegen. ENTGLEISUNG btw dreimal kurz gelacht, man konnte halt kurz durchblitzen sehen, wo das Gleis in Wahrheit hingeht. Das widerwärtige Luder! Von Ihm selbst erwarte ich – und anscheinend viele Andere auch – gar kein anderes Verhalten, als eine flapsige Entschuldigung. Rücktritt? Haha, wirklich in einem Land, wo sogar Morde nur Beziehungsdramen sind, ist dann doch eher unwahrscheinlich. Doch an wem bleibt diese Geschichte wieder mehr kleben, an der Frau, as always!

Aber ich kauf mir jetzt mal eine WOMAN, die sagt mir wenigstens, wie ich meine Haare tragen muss, um möglichst attraktiv für IHN zu sein und wie ich Ihm richtig einen blase, nachdem ich die neuesten Rezepte für IHN gekocht habe.

Es braucht dringend ein gesundes FrauenVorBild, aber das kann nicht die sündige Märtyrerin der letzten 100 Jahre sein noch die Kampfemanze oder PowerFrau ….

Wann verlassen wir endlich, die von Männern geschaffenen Rollenbilder toxischer Weiblichkeit?

Wo stecken wir im Alltag unsere Bedürfnisse, Meinungen und Gefühle zurück? Wo nehmen wir täglich Männer aus ihrer emotionalen Verantwortung? Warum sind wir immer noch Mütter und Therapeutinnen, wo wir eigentlich Frauen seien wollen.

Der Krieg ist vorbei und des lieben Friedenswillen auch!

&

GUT bis in den Tod ist leider auch nur die halbe Wahrheit.

Ps: der soziopathischen Narzisst hat genau in dem Moment von mir abgelassen, als ich konsequent meine Grenzen verteidigte und ihn nicht mehr aus seiner emotionalen Verantwortung ließ.

Die ewigen Söhne werden nie zu erwachsenen Männern, solange wir Ihnen ständig die Verantwortung und die Konsequenzen nehmen. Weder im Job, noch in der Kiste!

Peace

Die Tiroler ÖVP Frauen Image Video

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde am Juni 24, 2020 um 9:40 pm veröffentlicht. Er wurde unter Blog, Fachgeschäft für Seelenhygiene abgelegt und ist mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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