amyiluu

Unbequem

Ich hab hier schon lange nichts mehr geschrieben, nicht weil es nichts zu sagen gäbe, sondern einfach nichts Neues. Keine neue Sichtweise, keine neue Erkenntnis, die nicht schon in irgendeiner Form zu unterschiedlichsten Themen im Internet aufgetaucht wären.

Es gab schon jegliche Art der Empörung, mit so ziemlich jeglichen Motiv dahinter. 1000 Artikel verteidigt durch, die vermeintlich absolut freie und objektive Meinung eines Autors (nebenbei erwähnt wirklich wenige Autorinnen), Journalisten oder einfach nur eines selbsternannten Experten. Die meistens scheinen nur dem Akt der Empörung zu folgen

und oder der Absicherung des Erstellers.

Verharren aber meist inhaltlos, sämtlicher Vision oder Ideen einer Lösung beraubt.

Eigentlich wäre verharren wahrscheinlich besser, aber in der Realität und im Umgang mit Menschen kommen dann meist andere Dynamiken dazu.

Dynamiken die sich in „Shitstorms“ und „Flowerrains“ tausendfach täglich in den weiten des Internets abspielen und auch Hinz und Kunz zu Hause auf der Couch mittels neuem Profilbild erlauben, irgendwo dazu zu gehören und eine vermeintliche Teilhabe am Geschehen zu suggerieren, ohne selbst wirklich Stellung beziehen zu müssen. Auf einmal sind dann Alle „je suis“ irgendwas und bei der vermeintlich nächsten „Katastrophe“ bietet FB sogar schon den richtigen Filter an, nur noch 2 Klicks entfernt und genauso einfach ist anscheinend eindeutig klar, wer in diesem Spiel die Guten sind und wer die Bösen. Dynamiken deren Gefährlichkeit zwar geschichtlich gesehen zyklisch immer wieder auftreten und allein deswegen leicht durchschaubar wären, aber oft aufgrund wirklich grauslicher Motive, gezielt anders dargestellt werden, mit dem Effekt das sich die Fronten nur verhärten und die eigentliche Lösung des Problems, komplett aus jedem Fokus schieben. Dieses Phänomen ist auf beiden Seiten zu beobachten, sowohl die Gutmenschen als auch die sexistischen KellerNazis, treffen sich einheitlich in der Motivlage dahinter. Einziges Unterscheidungsmerkmal der Gutmenschen ist daher oft nur die scheinbar moralische Überlegenheit, die Sie bei gleicher Methodik oder gleicher Charakterlosigkeit, gerne als letzte Instanz einnehmen. Manchmal sind es oft nur die eigenen Rechtschreibqualitäten, die eine gewisse Überlegenheit vermitteln sollen.

Und bösartig wie mein Gehirn denkt, taucht während der Entstehung dieser Zeilen immer wieder der Satz auf. „Das Volk hat die Herrscher, die es verdient“

Tja da schauts dann wieder nicht so gut aus für Uns! Unsere derzeitigen Herrscher bemühen sich nicht einmal mehr um die Illusion, als wäre ihnen am Wohl der Allgemeinheit gelegen, ganz im Gegenteil Sie haben einen Spaß daran mit uns Ihre „Brot&Spiele“ Nummer abzuziehen.

Die Frage, die sich mir an dieser Stelle immer aufdrängt ist, warum?

Warum machen alle dabei mit, entweder in dem einen Lager oder dem Anderen oder einfach nur opportunistisch in der stummen Masse, die zwar rund um die Uhr jammert, aber nichts macht. Das Jammern ist aber auch österreichische Leitkultur, spätestens seit uns der Bua mit dem komischen Schnauzer heimgesucht hat.

Wir waren ja das erste Opfer und dieses geheuchelte Opferdasein, macht den wahren Österreicher genauso aus, wie seine tief verwurzelte christliche Identität, die sich im Glauben an Sünde, Hölle und dem Ablasshandel, bis ins kleinste Detail der Menschen, in jeder Familie mit der ein oder anderen Leichen im Keller beobachten lässt.

Als beste Entdecker solcher innerfamiliären Heuchelei eignen sich übrigens zumeist Kinder umso jünger und damit ungeprägter umso besser. Ich persönlich liebe es ja immer wenn Kinder im Begreifen der Welt völlig unschuldig Alles in Frage stellen, weil es auch mein Tun und Sein in Frage stellt, aber auch da geht es offensichtlich nicht Allen so.

Das vermeintlich gesellschaftlich Schwächere, seien es ethnische oder religiöse Minderheiten in manchen Kulturen ist es oft auch nur als Frau geboren worden zu sein, was sich sogar immer noch im täglichen Sprachgebrauch  im schwachen Geschlecht wiederspiegelt  oder einfach nur Kinder. Ja auch Kinder, was mit der konsumgesteuerten Heuchelei vom Weihnachtsmann und Osterhasen an direkten Lügen beginnt und mit der Spendenbox „für die Armen …“ weitergeht, die moderne Form des Ablasshandels unter dem Deckmantel für die schöne Kindheit oder das gute Gewissen. Das der Schock ungleich größer ist, wenn das gepredigte Wasser zum Wein wird, fassen wir dann elegant in der Drogenstatistik zusammen, welche auch nur die gesellschaftlich geächteten Drogen betrifft. Würde man alle Menschen auf zB Antidepressiva & Co dazurechnen, ich glaube wir könnten es nicht glauben, wie schlimm es um die sogenannten zivilisierten Ländern wirklich steht.

Pharmazeutisch optimierte Affen im Hamsterrad.

Und ich bin mir sicher ich könnte allein mit der Aufzählung der tagtäglichen Heuchelei Jahre verbringen und wären nicht fertig, aber auch hier gibt es schon genügend Menschen, die sich unermüdlich darum kümmern, diese Ungereimtheiten aufzuzeigen. Wie die heutige Gesellschaft allerdings mit diesen Menschen im Großen wie auch im Kleinen umgeht, lässt sich am Besten mit der Frage, was Edward Snowden gerade macht, selbst beantworten.

Und ich höre die aufmerksamen Leser gerade sagen, ja ist scheiße, aber meine Meinung etc. ändert daran nichts und im Fall von Edward Snowden muss ich dir Recht geben, es verurteilen und urteilen schon so Viele, das ist vielleicht wirklich entbehrlich, vor allem trägt es selten zu einer gewünschten Veränderung bei.

Wo liegt also der wahre Tätigkeitsbereich des Einzelnen? Ich sage nicht empört euch, seid wütend, denn ich glaube das seid ihr schon oder geht auf Demos, haltet dagegen meine Brüder und Schwestern.

Ich sage seid für Etwas!! Seid mutig dafür, als passiv dagegen und dass nicht im Aussen für ein paar likes und das eigene Gewissen sondern in euch für euch.

Ich sage seid unbequem aber in aller erster Linie zu euch selbst, bevor ihr mit dem Zeigefinger bequem auf Andere zeigt. Und der einfachste Weg, diese immer wieder für SICH gerade zu rücken, ist die Frage bin ich vielleicht genauso wie – beliebige Wahrnehmung des Gegners & Gegner einfügen – .

An dem Punkt fangt nämlich dann die ehrliche Betrachtung an und man bekommt, einen schönen ungefilterten Blick auf die eigenen blinden Flecken und als Geschenk gibt es noch, das Verständnis für die vermeintliche Gegenseite dazu und man hätte dann mal die Chance sich um das ein oder andere Problem gemeinsam zu kümmern.

Doch zu diesem Punkt kommt es meist gar nicht mehr weil wir immer mehr in einer Welt leben, die sich George Orwell nicht schlimmer zusammenreimen hätte können, den ist die Erzählung darauf aufgebaut den Wahnsinn darin zu erkennen, ist in unserer Welt Alles noch viel gschmeidiger, wir machen nämlich freiwillig mit. Ich glaube mich zu erinnern, dass sich beide Regierungsparteien gerade im Punkt der Erhöhung des EigenPR Budgets und der Kürzung des Bildungs- und Sozial Angebots schnell einig waren, aber ist wie soviel sicher nur ein Zufall.

Meine Oma hat dazu gesagt, wenn es riecht wie Scheiße und ausschaut wie Scheiße dann ist es vermutlich auch Scheiße.

Wie auch hier der Volksmund einen sehr tiefen Sinn, leicht zugänglich macht und einem wahren Kern entspringt, so sehr sich mancher auch gern darüber intellektuell oder esoterisch erheben mag, so sehr ist es nämlich auch das Geheimnis was uns Alle miteinander verbindet, das Gefühl welches fernab von Sprache, Religionen oder anderen trennenden Interessen existiert.

“I’ve learned that people will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel.”― Maya Angelou

 

Wäre es nicht besser den Fokus auf das Verbindende und nicht das Trennende zu legen? Suchen was uns eint und nicht was uns ähnlich ist. Selbst der Mensch zu sein den man bewundert und nicht Fanboy oder Fangirl von irgendetwas oder irgendjemand sein zu müssen, um von der eigenen inneren Leere abzulenken.

Sind wir uns es nicht selbst schuldig, uns unserem Schicksal ohne Angst aber nicht ohne Herz auszuliefern?

Und dann noch speziell für meine österreichischen Freunde, hätten wir dem Bua einfach Kunst studieren lassen, was hätten wir uns erspart! Warum Zugangs- und Bildungsbeschränkung vielleicht auch Heute nicht die beste Antwort sind.

Das ausgerechnet jetzt wieder viele nach einem starken Führer schreien, ist vielleicht nur das offensichtlichste Zeichen der eigenen Führerlosigkeit, welche von klein auf nicht anders trainiert wird. Das genau Dieselben schon wieder so verzweifelt daherkommen, dass Sie schon den größten Rattenfängern hinterherlaufen, nur weil die wenigstens authentische Arschlöcher sind und damit gemütlich auch die Ausseinandersetzung mit den eigenen dunklen Flecken erspart bleibt, weil zum Schluss war man dann halt Opfer, wundert dann nicht mehr wirklich.

History repeating ihr merkt es hoffentlich selbst. Nur diesmal haben es Alle gewusst und ich werde euch gerne daran erinnern, für was ihr euch verkauft habt.

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Dieser Beitrag wurde am März 16, 2018 um 8:22 pm veröffentlicht. Er wurde unter Blog, Fachgeschäft für Seelenhygiene abgelegt und ist mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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